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Willkommen in meinem Weblog!
20.2.05 19:42


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20.Februar 2005


Sonntag

Ein Weblog ist da, um es vollzuschwallen. Papier ist geduldig und stellt keine dummen Fragen. Es langweilt sich nicht, wenn ich ihm erz?hle, dass mir schlecht von der Meeresfr?chtepizza ist. Das man nicht zuviel Kaffee trinken sollte. Und das man Kaffee niemals - niemals! - mit Meeresfr?chtepizza zusammen einnehmen sollte.

Zu Recht stelle ich mir die Frage, ob es irgendeinen produktiven Nutzen hat ein virtuelles Tagebuch zu f?hren. Und irgendetwas sagt mir: Ja, klar! Der Unterschied zur Papierversion besteht n?mlich darin, dass es die Chance gibt, dass jemand tats?chlich diesen Schwachsinn liest. Und vielleicht hat er sogar eine gewisse Art von Freude daran.

Ein Weblog
20.2.05 20:55


21. Februar 2005


Montag

Nur f?r den Fall das sich jemand fragen sollte, warum ich um diese Uhrzeit noch wach bin und schreibe: Ich bin arbeitslos. Arbeitslos! A-R-B-E-I-T-S-L-O-S!!! Ich habe mir abgew?hnt das ich, nach meiner T?tigkeit befragt, in ein nuschelndes Grummeln verfalle. Keine Entschuldigungen mehr! Ihr bourgeoisen Gro?sprecher k?nnt mich. Ich stehe dazu, ich habe keinen Marktwert, und wenn ich ehrlich bin ist mir auch schon lange die Lust daran vergangen, dies zu ?ndern. Jawohl!

Leistungsgesellschaft nennt ihr euch, und gefallt euch dabei. Verkr?ppelte, inhumane Erfolgsfressen, die man an den harten Z?gen um die Mundwinkel erkennt. Alles Unproduktive verachtend sch?tzt ihr den Wert von Kunst, Hausarbeit, Aufzucht und Pflege von Nachwuchs, Zwischenmenschliches, Liebe und Gl?ck als minderwertig ein und kauft euch f?r 50.000 Euro lieber einen BMW mit Arschbeheizung. Ihr fetten Maden, wisst ihr warum ich euch so verabscheue? Weil ich genauso sein w?rde, wenn ich k?nnte. Jeden Tag Krimsekt und Zanderfilet, Tussies, die mir auf das Heck meines Porsche glotzen, da sie meinen vom Luxus verfetteten Arsch widerlich finden w?rden. Lasst mich eintreten in eure erb?rmliche Welt, ich m?chte der Erb?rmlichste von euch allen werden.
21.2.05 23:02


21. Februar 2005


Montag

Schnee, Schnee, nochmals Schnee. Aus dem leisen Rieseln ist ein l?ngst eine nervige Trivialit?t geworden, die romantische Winterpracht ist au?erdem mit einigen unwillkommenen T?tigkeiten verbunden. Beispielsweise Schneeschippen, inzwischen bis zu dreimal t?glich. Gl?cklicherweise steht mir eine Ger?tschaft im Kampf gegen Frau Holle bei, die ich nicht mehr missen m?chte: Die Schneehexe.

What the hell? Eine Schneehexe? Ich muss zugeben, als ich dieses Wort zum ersten Mal h?rte f?hlte ich mich sofort in eine andere Welt versetzt. Deutschland, ein Winterm?rchen. Der Klang dieses Wortes l?sst vor meinem inneren Auge eine phantastische Welt entstehen: Ritter und fliegende Drachen kommen darin vor, Eisprinzessinen, R?ubert?chter, gute Feen ebenso wie Gnome und ein sagenumwobener Gral, tapfere M?nner g?lden geharnischt, mit magischen Zweih?ndern auf rassigen Pferden, Zauberer, funkelnde Kristallw?lder und, last but not least, ein Held und ein b?ser Gegner, Prota- und Antagonist, der klassische Showdown in einem Fantasiereich mit exotisch klingendem Namen.

Also ging ich in den Baumarkt und kaufte mir eine Schneehexe.

21.2.05 23:10


22. Februar 2005


Dienstag

Die Tage gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Immergleich dr?hnt der Rhythmus - Bumm! Bumm! ? wie auf einer r?mischen Galeere. Ein schwarzer Trommelsklave, der mit einem Ochsenknochen sein Instrument bearbeitet. Und auch er ist nur Teil eines gr??eren Plans.

Welches Plans? Wohin geht die Reise?

Jaja, die gute alte Sinnfrage. Eine altkluge Langzeitstudentin mit schmalen Lippen gab mir einmal zur Antwort: ?Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.? Sehr ergiebig ist das nicht, meiner Meinung nach. Man sagt ja auch nicht: ?Der Sinn der Rechtschreibreform ist die Rechtschreibreform.?

Wenn man sich mit einem kleinen Rahmen begn?gt, reicht es ein pers?nliches Ziel auszuw?hlen. Familie, ein Haus, dickes Auto, diesen netten Mann oder jene sch?ne Frau abzuschleppen ? all das sind legitime Motivationen, nach denen man seine Existenz ausrichten kann.

Aber wenn wir nun nach der x-ten Metastufe zur Frage gelangen: ?Was ist der Sinn und Zweck der Menschheit, des Lebens ?berhaupt??, dann m?ssen wir uns eingestehen, dass es darauf keine Antwort gibt. Oder besser, viele verschiedene Antworten und somit wieder keine endg?ltige, verifizierbare.

Alles was wir ?ber das Leben wissen, zeigt uns das Leben selbst: Priorit?ten sind ?berleben, Reproduktion und Weiterentwicklung. Das erfolgreichste Modell siegt. Der Selektionsprozess in der Evolution bedient sich des Trial-and-Error-Verfahrens.

Was kann ich pers?nlich daraus lernen?

Das ich in einem privelegierten Teil der Welt lebe, in dem mir alle Ressourcen f?r ein ?lebensgerechtes? Dasein zur Verf?gung stehen. Das man sich nicht ungl?cklich machen sollte, indem man sich an unl?sbaren Fragestellungen vergeht. Und das man manchmal einfach etwas dankbarer sein sollte ? f?r das Leben selbst.
22.2.05 22:48


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